Einleitung

Hintergrund des Parteispendenskandals war der inhaltlich falsche Rechenschaftsbericht, den die CDU für das Jahr 1998 abgegeben hatte. Das im Ausland geparkte Vermögen des hessischen CDU-Landesverbandes in Höhe von umgerechnet rund 9,3 Millionen Euro war nicht deklariert worden.

Manfred Kanther, ehemaliger Bundesinnenminister, musste Anfang 2000 die zweifelhaften Transaktionen einräumen: Kanther gab zu, die Millionen ins Ausland verschoben zu haben. Insgesamt waren in Hessen noch 18,2 Millionen Mark (jene rund 9,3 Millionen Euro) Schwarzgeld entdeckt worden – der Rest eines Vermögens von ursprünglich rund 21 Millionen Mark aus unbekannter Quelle.

Da damals alle Parteien kräftig zulangten ist niemand interessiert Quellen offenzulegen. In den Jahren 80/81 flossen Provisionszahlungen aus einem Ölgeschäft mit Saudi-Arabien in der Höhe von cirka DM 21.000.000 auf das Notar Anderkonto 4315332 der Kanzlei Lorz bei der Bayerischen Vereinsbank Wiesbaden. Als sich die Ertragslage im Mai und August des Jahres 1981 für die für die Zahlungen verantwortliche Firma BOR änderte wurde dieses Konto aufgelöst und angeblich als Ersatz Konten bei der Bayerischen Vereinsbank Wiesbaden, bei der Zürcher Wirtschafts- und Privatbank und der Raiffeisenbank Wasserburg errichtet.

Die Wiesbadener Verbindung war angehalten mit allen möglichen Mitteln politische Türen zu öffnen. Entgegen der ursprünglichen drei-jährigen Liefervertragslänge stoppten die Zahlungen jedoch im Jahre 1982. Provisionsbeteiligte erwägten rechtliche Schritte mit der Drohung Hintergründe zu veröffentlichen. Auf Grund der gänderten Gesetzeslage bezüglich Parteispenden und einer sehr sensiblen Öffentlichkeit und Presse schafften die Verantwortlichen die in Wiesbaden gehorteten CDU Gelder in die Schweiz.

Erdöl, Panzer und Politiker, hier startete was in den nächsten zwei Jahrzehnten wiederholt Journale beschäftigte. Dies ist der Versuch eines Insiders Quellen aufzudecken und die Umstände einer Geschichte zu erhellen, die überschattet von der Flick Affäre Anfang der 80ziger Jahre zu wenig Beachtung fand.